
AUSSCHREIBUNG: SCHULTHEATER DER LÄNDER 2011
THEATER UND BIOGRAFIE
11.-17. SEPTEMBER 2011 IN DÜSSELDORF
Der Bundesverband Theater in Schulen (BV.TS), der Landesverband Theater in Schulen NRW (LV ThiS) und die Körber-Stiftung laden zum 27. Schultheater der Länder vom 11. bis 17. September in Düsseldorf ein.
Für das Schultheater der Länder 2011 in Düsseldorf werden Theater-Produktionen gesucht, in denen mit (auto-)biografischem Material gespielt wird:
Die Biografien der Akteure können als Ausgangsstoff für eine Eigenproduktion dienen. Oder sie können in ein Spannungsverhältnis gesetzt werden zu den Figuren einer theatralen Vorlage. Oder die Verwandtschaften der Lebenszüge von Dramenfiguren mit der eigenen Biografie werden aufgespürt: Wo finde ich die Julia, den Romeo in mir? Oder historische Biografien werden in Szene gesetzt. Oder Rollenbiografien
werden fantasievoll entfaltet. Oder ...
Die begleitende Fachtagung wird sich mit den komplexen Bezügen zwischen biografischem Material und seiner theatralen Gestaltung gerade auch unter dem Gesichtspunkt des Authentischen im (Schul-)Theater auseinandersetzen.
c/o Renate Winkler-KalbasFon: 02132-760045
R.Kalbas@gmx.de



„Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ ( Jo 18,36)
Dieser berühmte Satz aus dem Johannesevangelium, den Jesus vor Pilatus spricht, mag Marcel durch den Kopf gegangen sein, als er, von seiner Tod bringenden Krankheit gezeichnet, sein letztes Kinder- und Erwachsenentheaterstück „Der König ohne Reich“ schrieb, das die AGORA am 20.05.2010 in St. Vith uraufführen wird. Marcels letzte begonnene Bühnenarbeit ist Anlass für unseren Nachruf.
Marcel liebte es, gerade auch religiöse Themen „gegen den Strich“ zu lesen, um sie so zu einem Brennpunkt seiner Stücke werden zu lassen. Jesu Satz zielt auf ein anderes Reich, ein Reich der Phantasie, ein Reich der Geschwisterlichkeit, vielleicht auch ein Reich des Jenseits, das Motte und Wurm nicht zerstören ( vgl. Mt 6,19). Wenn er mir beim Schreiben lebend über die Schulter geschaut hätte, würde er wahrscheinlich widersprechen und der Vergänglichkeit und Endlichkeit zu ihrem letztlich schmerzhaften Recht verhelfen. Aus ihnen schöpfte er seine Kraft, seine Phantasie und Kreativität, denn Theater ist die vergänglichste aller Kunstformen, so vergänglich wie das Leben. - Was er im Tod dazu sagen würde, können wir Lebenden nicht wissen, so dass uns ein Zitat aus seinem Leben im Zusammenhang mit seinem letzten Theaterstück genügen muss:
“Selbst wenn man alles verliert, muss man sich auf den Weg machen und die menschliche Wärme bei den anderen suchen. Wenn man mit ihnen in Dialog tritt, merkt man, dass man nicht alleine ist, dass andere in der selben Lage sind und dass man zusammen in Sicherheit ist für eine Nacht, einen neuen Ort, sein Gepäck abzulegen, einen neuen Beruf... und wer weiß, ein neues Reich. Um neue Dinge zu finden, muss man erst andere verlieren.” (Marcel Cremer in einem Interview mit Emile Lansman)
Uns hat er in seinen Stücken und Theaterwerkstätten über viele Jahre reich beschenkt und er hat uns viele neue Dinge finden lassen. Auch wenn wir ihn jetzt verloren haben, bleiben uns seine Geschichten.
Für den Vorstand und die Mitglieder des Landesverbandes
Eckhard Debour